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Wie kann ich persönlich helfen?

In der zurückliegenden Woche wurde an sehr vielen Stellen gesellschaftliche Solidarität und Zusammenhalt beschworen. Gut so. Aber was bedeutet das für mich auf ganz persönlicher Ebene? Wo kann ich solidarisch handeln? Wie kann ich helfen? Ich will hier eine Ideensammlung beginnen. Ende offen. Ich lerne gerade so viel dazu und jeden Tag gibt es irgendwo eine neue sinnvolle Idee.

Privilegien erkennen

Ich bin in einer sehr, sehr privilegierten Situation. Ich habe, bei allen zusätzlichen Belastungen, Zeit diesen Text zu schreiben, ich habe technisches Know-How für Videokonferenzen, mehrjährige Erfahrung im Homeoffice, bin gesund und fit (ok, will eigentlich seit Anfang des Jahres eine Gleitsichtbrille, habs immer vor mir hergeschoben und jetzt ist vielleicht kein guter Zeitpunkt für längere Optikersitzungen. Lese ich die Comics halt erst mal mit Flutlicht und Lupe weiter), jung (im Sinn von „keine Risikogruppe“, nicht im Sinne von „hat einen TikTok-Account“), teile die Erziehungsarbeit mit meiner Frau und bin finanziell ok abgesichert. Zeit, Know-How, Absicherung und Gesundheit. Viele, die systemrelevant arbeiten, selbständig, alleinerziehend, arbeitslos oder alt sind haben genau das im Moment zu wenig.

Ich habe auch gelernt, dass jetzt nicht die Zeit ist um zu warten, ob jemand nach Hilfe fragt. Menschen, die vielleicht sowieso schon in einer prekären Situation sind, haben aus den unterschiedlichsten Gründen Hemmungen konkret um Hilfe zu bitten. Denen gilt es die Hand zu reichen und aktiv auf sie zuzugehen. Das ist am Anfang vielleicht etwas ungewohnt, weil man mit den Nachbarn bisher nicht so viel Kontakt hatte. Aber wann wenn nicht jetzt soll den bitteschön ein guter Zeitpunkt sein um das nachbarschaftliche Verhältnis zu verbessern?

Wie kann ich meine Privilegien nutzen um andere jetzt zu unterstützen? Ein paar Sachen haben sich letzte Woche für mich schon rauskristallisiert. Ich fange einfach mal eine Liste an und schaue, was in den nächsten Wochen noch dazu kommt. Ergänzt bitte Eure Erfahrungen und Ideen in den Kommentaren.

  • Die Nachbarschaft organisieren: Wir haben seit ein paar Monaten in unserem Mietshaus sowieso schon eine WhatsApp-Gruppe, in der fast alle Mietparteien drin sind. Darüber können wir uns gut austauschen.
  • Die LehrerInnen unterstützen: unsere Grundschullehrerin organisiert den Unterricht schon super per Email und Skype. Aber am Anfang waren noch nicht alle SchülerInnen mit an Bord. Über die Klassenelternsprecher und gezieltes Nachfragen bei anderen Eltern ist die Klasse jetzt fast komplett dabei.
  • Die Freundeskreise der Kinder verbunden halten: wir versuchen grad einheitliche und stabile Kommunikationswege zu installieren damit die Kinder Ihre FreundInnen weiter im Videochat treffen können.
  • Freunde unterstützen: Nachfragen, wie es geht, ob man irgendwie helfen kann. Vielleicht habt ihr Selbständige in Eurem Freundeskreis, die jetzt vor schwierigen Zeiten stehen weil Kunden wegbrechen oder sie Ihren Laden schließen müssen (btw: falls ihr Euren Kaffee gerne aus genauso schönen Tassen wie ich trinken wollt: weil sämtliche Keramikmärkte in nächster Zeit ausfallen und der Laden leider geschlossen bleiben muss ist der Online-Shop von Schillo Keramik seit letzter Woche online ;-))
  • Streaming Accounts teilen: Viele Streamingdienste kann man auf mehreren Geräten gleichzeitig nutzen. Wenn es die AGB des jeweiligen Dienstes zulassen kann man so einen Account mit Freunden oder Nachbarn teilen.
  • Geräte teilen/ausleihen: wenn Ihr zu Hause noch ungenutzte Laptops oder Smartphones in der Schublade liegen habt, dann leiht sie Euren Nachbarn aus. In vielen Haushalten gibt es nur einen Computer. Wenn da momentan zwei Kinder und zwei Eltern parallel Schule und Homeoffice machen müssen wird es eng. Zusätzliche Geräte schaffen Luft.
  • WLAN teilen: Nicht jeder hat festes Internet zu Hause. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt um das WLAN für die Nachbarn freizugeben.
  • Ehrenamtlich helfen: Viele Gemeinden organisieren jetzt Helferbörsen. Dort kann man sich eintragen und bekommt dann im Viertel ältere Menschen zugewiesen für die man Botengänge übernehmen kann. Ich hab mich in diese Liste für München eingetragen. Die Quarantänehelden vermitteln deutschlandweit.
  • Coden gegen den Virus: Wenn Du Entwickler bist, kannst Du beim Hackathon der Bundesregierung mitmachen und neue, sinnvolle Lösungen für die nächsten Monate entwickeln.
  • Lokale Geschäfte unterstützen: Viele Buchhandlungen müssen zwar schließen, beliefern Ihre Kunden aber noch mit Büchern per Bote. Fragt bei Eurer Buchhandlung um die Ecke nach.
  • Künstler unterstützen: Mit dem Ausfall aller Konzerte und Lesungen stehen viele Künstler vor großen Problemen. Wenn Ihr Tickets für eine Veranstaltung habt, die in den nächsten Wochen ausfällt, dann gebt, soweit es für Euch finanziell möglich ist, die Tickets nicht zurück. Viele Künstler kann man auch auf Crowdfunding-Plattformen finanziell unterstützen und warum nicht für jeden Tag im Homeoffice ein neues Bandshirt Eurer Lieblingsbands bestellen?

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