In Deutschland sind Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen geschlossen, um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen.

Wir wissen aus verschiedenen Reaktionen aus unserem Schul- und Elternumfeld, dass nicht alle die Notwendigkeit dieser drastischen Maßnahme sehen. Wir verstehen diese Reaktionen. Sie sind zutiefst menschlich.

Wir sind Eltern aus München mit Kindern in Kindertagesstätten, Grundschulen und weiterführenden Schulen. Wir sind eher rationale Menschen. Wir lieben Zahlen, Fakten und Exceltabellen mit bunten Schaubildern. Wir sind sowas von gegen Panik, dass wir sogar schon vor längerem eine entsprechenden Webseite online gestellt haben (gegen-die-panik.de)

Wir sind der festen Überzeugung, dass diese Maßnahmen richtig sind (und dass es zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht sogar noch drastischere Maßnahmen geben muss) – aber wir sehen auch, dass wir uns besser als bisher austauschen müssen. Wir glauben: Wir sind nicht allein! (Schaut euch dazu auch mal den Hashtag WirvsVirus auf Twitter an)

Deshalb gibt es dieses Blog. Wir wollen hier Hinweise sammeln, wie wir mit der aktuellen Situation umgehen können. Dazu ist erstmal wichtig zu verstehen, warum es diese Situation überhaupt gibt. Dafür gibt es drei Gründe, die man allesamt mit #diekurveflachhalten oder #flattenthecurve zusammenfassen kann:

1. Warum eine schnelle Verbreitung ein Problem ist

Warum das alles? 1

Nach allem, was man bisher über das neueartige Virus weiß, verläuft eine Corona-Infektion bei den meisten Menschen realtiv harmlos. Aber es gibt Risikogruppen, bei denen die Erkrankung so schlimm werden kann, dass Menschen lebensbedrohlich erkranken und ins Krankenhaus müssen. Die rote Kurve in der Grafik oben zeigt eine sehr schnelle Ausbreitung an, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Das Problem daran ist: Wenn ganz schnell, ganz viele Menschen infiziert sind, dann gibt es auf einen Schlag auch sehr viele (zu viele) schwere Corona-Erkrankte, die ins Krankenhaus müssen. Die Krankenhäuser sind dann überlastet (und das betrifft dann ALLE Patienten, nicht nur Corona-Infizierte). Wenn sich die Ansteckungen besser übers Jahr verteilen (blaue Kurve), dann haben die Krankenhäuser auch mehr Luft.

Die Süddeutsche Zeitung erklärt dieses exponentielle Wachstum sehr anschaulich in diesem Beitrag.

2 Corona ist neu

COVID-19 oder Coronavirus SARS-CoV-2 wie es wissenschaftlich heißt ist noch sehr neu. Es ist kaum erforscht, es gibt bisher keine Medikamente. Man kann nicht impfen. Deshalb weiss man auch noch nicht alles über Corona. Und in der Bevölkerung fehlt noch eine so genannte Grundimmunität.

Sicher ist deshalb dass Corona sehr ansteckend ist. Es wird sich viel schneller verbreiten, weil sich eben am Anfang jeder einmal damit ansteckt. Die Frage ist, wie schnell das geht und wie die Krankehäuser damit klar kommen. (s. rote/blaue Kurve)

Spektrum der Wissenschaft erklärt sehr gut und verständlich warum Corona eben keine normale Grippe ist.

3 Die Lage ändert sich ständig

Weil der Corona-Virus so neu ist, weiß noch niemand genau, was die beste Strategie ist. Aber es gibt Expert*innen und Institutionen, die wissen zumindest mehr als wir. Wir sollten auf diese Expert*innen und Institutionen hören (und nicht auf Gerüchte) und entsprechend handeln.

Eine sehr gute, werktägliche, Informationsquelle zu aktuellen Einschätzungen zum Corona-Virus ist der Podcast NDR „Corona-Update“ mit dem renommierten Virologen Christian Drosten von der Charité Berlin.

Was folgt für uns Eltern daraus?

  • Es ist jetzt nicht die Zeit für Egoismus.
  • Wir handeln solidarisch. Wir unterstützen uns im kleinen, gleichbleibenden Kreis gegenseitig (wie groß dieser kleine Kreis ist, wird sich in den nächsten Wochen dynamisch ändern). Der Wunsch nach Nähe und persönlichem Austausch ist das Menschlichste der Welt und manchen fällt es leichter sich einzuschränken, anderen schwerer. Niemand wird dafür verurteilt. Niemand wird allein gelassen.
  • Wir unterstützen unsere Schulen und KiTas. Für alle MitarbeiterInnen dort ist es eine noch nie dagewesene Situation. Sie werden in den nächsten Wochen versuchen Notfallbetreuung und (Online)-Unterricht so gut wie möglich aufrecht zu erhalten. Das wird am Anfang haken, das wird nie perfekt sein. Wir werden darüber nicht meckern, keine Beschwerdemails schreiben und keine abfälligen Postings auf Facebook, Twitter oder in Chat-Gruppen verbreiten. Stattdessen bieten wir unsere Hilfe an und organisieren den Unterricht zu Hause.
  • Wir schützen die Riskogruppen. Und das bedeutet für uns Eltern ganz konkret: Oma und Opa. Sie dürfen in den nächsten Wochen nicht die Kinderbetreuung übernehmen, wir werden sie nicht besuchen. Stattdessen werden wir mit Ihnen reden, sie regelmäßig anrufen und sie davon überzeugen so gut wie möglich zu Hause zu bleiben und sich nicht zu gefährden.
  • Wir erzählen weiter, warum die Kurve flach bleiben muss. In unseren Familien/Freundeskreisen und Schulumfeld. Dabei bleiben wir empathisch und verständnisvoll. Wir versuchen alle Eltern mitzunehmen. Auch wenn es sich vielleicht komisch anfühlt in einer Chat-Gruppe die oder der Erste zu sein, der/die das anspricht. Sich komisch fühlen ist grad ok.

Wie wird es die nächsten Wochen weitergehen?

Das wissen wir nicht. Im Moment fahren alle „auf Sicht“. Es wird Schritt für Schritt gehen müssen.

Was wir aber wissen: Es gibt zum Glück das Internet und es gibt spätestens seit Freitag – seit der Bekanntgabe der Schulschließungen – auf allen Social-Media-Kanälen schon unzählige Tipps, Anregungen und Hinweise wie wir Eltern die nächsten Wochen mit unseren Kindern gestalten können. Alltag, Freizeit, Lernen.

Wir wollen an dieser Stelle einen Platz schaffen an dem wir diese Ideen regelmäßig zusammenstellen. Dieses Blog wird in den nächsten Wochen hoffentlich mit ganz vielen praktischen Ideen und mutmachenden Links gefüllt werden.

Mitmachen!

Schickt uns alles, was ihr auf Twitter, Facebook oder in Euren Chatgruppen findet. Entweder per Mail an: tipps@coronapause.de, über unser Kontaktformular auf Twitter oder kommt in unseren Slack-Channel. Abonniert unseren RSS-Feed und erzählt anderen Eltern von coronapause.de!