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In Kontakt bleiben mit Videochats

Wenn sich die Kinder jetzt über einen längeren Zeitraum nicht mehr sehen können, wird es umso wichtiger werden, dass sie im Freundeskreis weiter in Kontakt bleiben können.

Damit sich FreundInnen auch weiter sehen können bieten sich Video-Konferenzen an. Tools dafür gibt es unzählige, das Werkzeug dafür tragen fast alle von uns mit dem Smartphone in der Hosentasche herum. Aber die Technik ist nicht alles. Wer bisher noch nie oder nur selten Videokonferenzen gemacht hat, steht am Anfang vielleicht vor ganz anderen Hürden.

In vielen Familien ist der Videoanruf mit Oma und Opa Normalität, aber es gibt immer noch Menschen, die scheuen sich davor mit Bild zu kommunizieren. Das gilt es dann zu respektieren, erst mal nur per Audio quatschen (übers klassische Festnetz kann man meistens bis zu drei Menschen zusammenschalten) und langsam an Bildübertragung heranführen

Niedrigschwelligkeit

Im Freundeskreis der Kinder ist es oft so, dass nicht alle Eltern auf denselben Plattformen unterwegs sind. Einige sind (mit gutem Grund) nicht auf WhatsApp, die einen haben Android-Telefone, die anderen iOS-Geräte, andere vielleicht gar keine Smartphones und dafür aber immerhin einen Laptop. Und alle dazu zu bringen jetzt einen Account bei Skype anzulegen ist auch nicht einfach. Einfache Tools mit niedriger Einstiegshürde müssen da her.

Videocall-Etikette

Kommunikation in einer Videokonferenz muss man auch erst mal lernen. Oft gibt es leichte Zeitverzögerungen, der Sound ist nicht immer gut. Daran muss man sich gewöhnen. Unsere Grundschullehrerin hat für unsere Tochter eine tägliche 15-minütige Skype-Konferenz in kleinen 6er-Gruppen angesetzt. Dafür hat sie die folgenden Regeln vorab verschickt, die eigentlich für jede Art von Videocall sinnvoll sind:

  • Achte auf einen ruhigen Raum! Dein Laptop/Tablet/Handy liegt oder steht fest, sodass man dich gut sieht und hört. (Teste Audio und Video bitte vorher.)
  • Es spricht immer nur einer!
  • Lass andere ausreden und sprich nur, wenn du das Gefühl hast, dass es wirklich wichtig ist.
  • Es werden keine Kommentare, keine Emojis, GIFs oder Videos gesendet.

Wer selbst größere Videomeetings moderieren muss kann sich hier für ein kostenloses Webinar am 24.3.2020 anmelden.

Kosten-Sharing

Einige der weiter unten gelisteteten Dienste gibt es auch in einer kommerziellen Version. Die zusätzlichen Features können für einen langfristigen Videocall-Betrieb unter Umständen sinnvoll sein. Bei einigen Diensten können die ModeratorInnen z.B. einzelne TeilnehmerInnen stumm schalten (reduziert bei Schulklassen den Lautstärkepegel) oder die Konferenz läuft insgesamt stabiler und mit besserer Qualität. In solchen Fällen kann man die Kosten für den Dienst einfach auf alle Schultern gleichmäßig verteilen. 14 € für Zoom mit fünf anderen Familien geteilt ist schon deutlich günstiger. Oder man finanziert im Schulumfeld gleich über die Klassenkasse oder den Elternbeirat.

Datenschutz

Die grundsätzliche Regel im Internet lautet ja eigentlich: wenn es kein Geld kostet, kostet es Deine Daten. Das trifft wahrscheinlich auf viele der unten vorgestellten Dienste zu, aber in der momentanen Situation würde ich da jetzt mal 2-3 Augen zudrücken. Wichtiger ist: in Kontakt bleiben.

whereby

whereby ist sehr einfach zugänglich und läuft plattformübergreifen im Webbrowser. Es braucht nur eine Person, die sich registriert und einen Raum einrichtet. Danach reicht es, einen Link zu dem Raum an die anderen Teilnehmer zu schicken. Wer auf den Link klickt kommt direkt in den Chatraum. Man braucht keine spezielle App dazu und auch kein eigenes Konto. Je nach Browser muss man eventuell noch den Zugriff auf Kamera und Mikrofon freigeben. Der Dienst läuft sogar auf Smartphones direkt im Browser (obowohl es auch eine zusätzliche App gibt).

Jitsi

Jitsi ist ein Open-Source Videokonferenz-Tool. Datenschutztechnisch ist man damit auf der sichersten Seite. Man kann das Tool auf einem eigenen Server aufsetzen. Wenn Ihr dazu das technische Know-How habt, dann klickt Euch einen AWS-Server und legt für die Klasse oder den Freundeskreis eine Instanz an. Wer das Tool einfach nur so testen möchte kann auf zahlreiche offene Jitsi-Installationen zugreifen und dort (ohne Registrierung) einen Raum eröffnen.

Messenger

Wenn alle Kinder und Eltern auf einer Messenger/Plattform-Basis kommunizieren ist das natürlich auch eine gute Möglichkeit Videokonferenzen zu organisieren. Welcher Messenger, wieviele Teilnehmer unterstützt seht Ihr in der Übersicht weiter unten.

Tools für Videokonferenzen

Ich versuche mich in der Liste auf die verbreitetsten Tools zu beschränken. Sie sollen so einfach wie möglich zu bedienen sein. Wenn noch was fehlt oder Ihr einen Fehler findet, schreibt es in die Kommentare 👇

ToolPlattformTeilnehmer (free)Teilnehmer (€)
WhatsAppiOS, Android4
FaceTimeiOS, macOS32
Signal MessengeriOS, Android2
Facebook MessengerBrowser6
Google HangoutsBrowser10
Skypealle50
JitsiBrowser200
ZoomBrowser100
(40 Minuten)
100
(24 h)
13,99 €
wherebyBrowser412
9,99 $
InstagramiOS, Android6

[Update] Eine Übersicht von Tools unter dem Aspekt der BArrierefreiheit für Personen mit Einschränkungen hat Marco zusammengestellt.

[Update 2] Zu Zoom gibt es öfter den Hinweis, dass der Anbieter Meetings der Nutzer mitschneidet. Das gibt die Sache verkürzt, bzw. falsch wieder. Es handelt sich dabei um ein Feature (Aufmerksamkeitstracking), welches der Meeting-Admin selbst aktivieren kann um die Aufmerksamkeit von Fortbildungsteilnehmern zu tracken.

Mitmachen!

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8 Kommentare

  1. Oliver Aberle

    20. März 2020 at 0:38

    Microsoft Teams würde mir noch einfallen, ist aktuell auch kostenlos:
    https://stadt-bremerhaven.de/microsoft-teams-kostenlos-bis-2021-nutzen/

  2. Ich habe schon ein paar Mal mit https://tandem.chat/ gearbeitet und fand das auch ganz angenehm.

  3. Danke Heiko für den übersichtlichen Artikel… wir kennen uns von Tom… werden den Blog teilen…liebe Grüße Ellen

  4. Zoom steht wegen seines Datenschutzes und der Informationssammelei aktuell im Fokus: https://www.inputmag.com/tech/zooms-attention-tracking-is-ripe-for-misuse-abuse

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