In meinen Tests habe ich BigBlueButton immer auf Ubuntu-Servern (nur Version 16.04, 64-bit) installiert. Das ist das was empfohlen wird, daran habe ich mich gehalten. Weitere Specs finden sich hier:

  • 4GB (besser 8GB) Arbeitspeicher
  • Quad-Core CPU mit 2.6 GHZ oder besser
  • Zugriff auf TCP Ports 80, 443,and 1935, 7443
  • keine anderen (Web-)Applikationen, die Port 80 nutzen
  • min 100 Mbits-Bandbreite
  • IPV6-Unterstützung ist von Vorteil
Das Big Blue Klassenzimmer 2

Für Installations- und Applikationstests (aber auch nur für diese) kann man auch ohne Problemen mit schwächeren Konfigurationen arbeiten. Außerdem wichtig: BBB sollte für den Produktionsbetrieb nicht auf virtuellen Servern sondern auf einem dedicated Server, also echter Hardware, betrieben werden. Darum kommt man nicht drumherum – die Voip-Komponente (FreeSWITCH) von BBB scheitert ansonsten am CPU-Share der V-Server.

Nach dem Server gilt es als nächstes eine Domain oder Subdomain zu registrieren und diese auf die IP des Server zeigen zu lassen. Das unbedingt vor dem nächsten Schritt machen. Unsere Beispiel-Domain ist grossesblauesklassenzimmer.de

Weiter geht es auf der Kommandozeile vom Server. Hier erledigt ein einziger Befehl die komplette Installation-Arbeit:

wget -qO- https://ubuntu.bigbluebutton.org/bbb-install.sh | bash -s -- -v xenial-220 -s grossesblauesklassenzimmer.de -e deinemail@deinmailer.de -g

Der Befehl lädt das Installations-Script von BBB herunter und führt es unter Angabe der Domain und eurer E-Mail (wird für das SSL-Zertifikat via Letsencrypt benötigt) aus. Die Installation dauert nur ca. 20 min und läuft von allein durch. Dabei wird auch gleich eure Hardware geprüft.

Am Ende der Installation könnte ihr – wenn alles geklappt hat – mittels der Domain in einem Browser auf das System zugreifen.

Was euch dann für einen ersten Test noch fehlt, ist der Admin-Nutzer. Dieser wird über diesen Befehl auf der Kommandozeile erzeugt:

docker exec greenlight-v2 bundle exec rake admin:create

Mit dem erzeugten Nutzer könnt ihr euch nun im Adminbereich anmelden und Einstellungen vornehmen, Räume erzeugen und erste Konferenz-Tests abhalten.

Für den Produktionsbetrieb sollte noch eine Firewall mit den nötigen Freigaben konfiguriert werden. Falls nicht vorhanden wird die Firewall so installiert:

apt-get install -y ufw

(sollte meist nicht nötig sein, da schon vorhanden)

…und so konfiguriert und gestartet:

ufw allow OpenSSH
ufw allow "Nginx Full"
ufw allow 16384:32768/udp
ufw --force enable

Ich hatte bei meinem Server das Problem, keine IPV6-Unterstützung zu haben, was dazu geführt hat, dass VOIP über FreeSWITCH nicht funktionierte. Entsprechend musste ich FreeSWITCH auf IPV6-Betrieb umkonfigurieren.

Viele weitere Details, Optimierungen und Tuning können auf dieser Installations-Seite gefunden werden. Hilfe bei Problemen findet man in zahlreichen Foren und – natürlich – auf Stackoverflow 🤷

Weiterführende Links:

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